Secondary Navigation:
 

Personen

Abs, Hermann Josef

Lebensdaten:
15.10.1901 in Bonn - 05.02.1994 in Bad Soden


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1938-1945 und 1957-1967 (Sprecher 1957-1967), Vorsitzender des Aufsichtsrats 1967-1976




Als Georg von Siemens, die große Gründerpersönlichkeit der Deutschen Bank im Jahre 1901 starb, wurde Hermann J. Abs geboren. Zusammen mit Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Wilhelm Vocke, dem Präsidenten der Bank deutscher Länder, und dem Gewerkschaftsführer Hans Böckler war Abs einer der fünf Deutschen, in denen sich der Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg personifizieren lässt.


Der am 15. Oktober 1901 in Bonn geborene Hermann J. Abs wuchs in einer streng katholischen, rheinischen Familie und einer bürgerlichen Umgebung auf, die von gewissen Ressentiments gegen Preußen geprägt war. Von seiner Begabung her hätte er durchaus Mathematiker oder Dirigent werden können. Er zog es aber vor, nach bestandenem Abitur zunächst in dem Bonner Privatbankhaus von Louis David eine Lehre zu absolvieren.
Nach Auslandsaufenthalten in Amsterdam, London, Nord- und Südamerika begann er in einem der bedeutendsten Berliner Privatbankhäuser, bei "Delbrück Schickler & Co.", seine Bankierkarriere. Im Januar 1938 trat Abs in den Vorstand der Deutschen Bank ein, da er hier größere Möglichkeiten der Entfaltung sah als bei einem Privatbankhaus.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Abs in der Bank für das Auslandsgeschäft zuständig, wodurch er mit der aggressiven Expansionspolitik des Regimes in Berührung kam. Er versuchte allerdings Distanz zum Nationalsozialismus zu wahren und trat der Partei nie bei. Abs war jedoch kein Held. Freimütig äußerte er im persönlichen Gespräch, nach seinem Verhältnis zum Nationalsozialismus gefragt, ein einziges Wort: "Ängstlich." In jüngster Zeit wurde in der wissenschaftlichen Diskussion die Rolle von Abs im Nationalsozialismus kontrovers diskutiert.
Die große Zeit von Hermann J. Abs lag jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg, als er nach einer kurzen Inhaftierung durch die Alliierten am Wiederaufbau Deutschlands mitwirkte. Er war 1948 an der Errichtung der Bank deutscher Länder beteiligt und gründete im November 1948 die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die die Gelder aus dem Marshallplan verwaltete. Sein politisches Glanzstück jedoch waren die Verhandlungen über die deutschen Auslandsschulden in London. Mit dem Londoner Schuldenabkommen von 1953 wurde die Kreditwürdigkeit Deutschlands im Ausland wieder hergestellt. Gleichzeitig bemühte er sich zu Beginn der fünfziger Jahre um die Wiedervereinigung der nach dem Zweiten Weltkrieg zerschlagenen deutschen Großbanken. Dies gelang 1957, und Abs wurde der erste Sprecher der zusammengeführten Deutschen Bank - eine Funktion, die er bis 1967 innehatte. In dieser Zeit festigte er die Kontakte der Deutschen Bank zur Industrie und baute alte Beziehungen im Auslandsgeschäft wieder auf. Von 1967 bis 1976 war Abs Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank.

Hermann J. Abs befasste sich während seiner Tätigkeit als Bankier immer mit der Kunst. Er war Vorsitzender der Administration des Städelschen Kunstinstituts in Frankfurt am Main, Vorsitzender im Kuratorium des Fördervereins der Alten Pinakothek in München und Vorsitzender des Vereins Beethoven-Haus in Bonn. 1991 war er Gründungsmitglied der Historischen Gesellschaft der Deutschen Bank.

Zitate 
Aussprüche von und über Hermann J. Abs sind Legion. In Hauptversammlungen und Konferenzen brillierte der Bankier mit witzigen Anekdoten oder sarkastischen Formulierungen.

 

Nach der großen Zahl seiner Aufsichtsratsmandate gefragt:
"Vielleicht spielt eine Rolle, daß mein Name am Beginn des Alphabets steht und insofern einer von den Namen ist, die einem bei einer Berufung als erste einfallen."

Über seinen Eintritt in die Deutsche Bank:
Ich habe mich in meiner Jugend, als mein Musiklehrer in den Krieg ziehen mußte, mit dessen jüngerem Bruder in die Aufgaben des Organisten geteilt. Die Privatbanktätigkeit war die Organistentätigkeit an einer Zweimanual-Orgel mit 36 Registern. Nun wurde mir plötzlich eine schlechter bezahlte Stelle als Domorganist angeboten mit einer wundervollen Orgel mit fünf Manualen und 72 lebenden Registern, mit einer wundervollen Disposition: die Sehnsucht eines Orgelspielers. Und ich habe diese Berufung in den Dom angenommen, weil das größere Instrument mir ein angemesseneres Instrument schien.

Auf die Frage eines Aktionärs nach der Unternehmenssteuer:
"Es ist sehr schwer zu erreichen, daß man seine Unschuld behält und gleichzeitig sich auszieht. Ich kann nur empfehlen, sich weiter auszuziehen und dennoch die Tugend zu bewahren."

Nach seinem Einkommen gefragt:
"Bei Pop-Sängern und Clowns wird eine andere moralische Elle angelegt. Aber ich fühle mich einem Clown absolut gleichberechtigt. Was für ihn gilt, nehme ich auch für mich in Anspruch. Was Popow für den Staatszirkus ist, bin ich für die Deutsche Bank."

 

Über Angaben zu seiner Person in den Medien:
"Sie stimmen nicht. Es beginnt schon damit, daß behauptet wird, ich bin ein Pastorensohn. Das ist bei uns Katholiken nicht üblich."

"Keiner sollte ein Land zu regieren wagen, der nicht für einige Zeit dieses Land von außen gesehen hat".

"Über die Währungen anderer Länder pflege ich ebensowenig zu reden, wie über die Frauen meiner Freunde".

"Ich wünschte, wir wären ebenso unanständig wie reich oder ebenso reich wie unanständig - wahrscheinlich wären wir dann sehr reich."

Über die Aufgaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau:
"Was für Geschäfte wir betreiben? Wir haben gewissermaßen die Aufgaben einer öffentlichen Bedürfnisanstalt - auf dem Gebiet des Kreditwesens!"

Abs wird von Petrus aufgefordert, den Himmel in eine AG umzuwandeln.
Petrus war mit dem Ergebnis sehr zufrieden:
"Ausgezeichnet, so haben wir uns das gedacht. Nur eins geht natürlich nicht: den lieben Gott zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden zu bestellen."


There is a fellow called Abs
the world's foremost banker, perhaps
his wit is disarming
but we find it alarming
that the -olute has as prefix an "Abs"



Achleitner, Paul

Lebensdaten:


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Vorsitzender des Aufsichtsrats seit 31. Mai 2012



Ackermann, Josef

Lebensdaten:
1948


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1996-2012 (Sprecher 2002-2006, Vorsitzender 2006 - 31. Mai 2012)




Footer Navigation:
Letzte Änderung: 13.7.2012
Copyright © 2017 Historische Gesellschaft der Deutschen Bank e.V.