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Personen

Bamberger, Ludwig

Lebensdaten:
22.07.1823 in Mainz - 14.03.1899 in Berlin


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Verwaltungsrats 1870-1872




Neben dem Berliner Privatbankier Adelbert Delbrück (1822-1890) gilt der Politiker, Bankier und Währungsexperte Ludwig Bamberger als Initiator und Gründer der Deutschen Bank. In Bamberger fand Delbrück einen gewichtigen Förderer seiner Pläne, »eine große Bank zu schaffen, hauptsächlich für den überseeischen Handel, die uns unabhängig machen sollte von England und den Kreditgewährungen, die der deutsche Kaufmann nur in London fand und suchen konnte«. Bamberger war zu jener Zeit gerade mit verschiedenen südamerikanischen und ostasiatischen Kreditgeschäften befasst und gezwungen, einen großen Teil davon über London abzuwickeln. »Diese Erfahrungen« - so schrieb er später in seinen »Erinnerungen« - »gaben den Anstoß, daß, als Ende der sechziger Jahre, bei meinem ersten längeren Aufenthalt in Berlin Adalbert Delbrück, der Chef des Bankhauses Delbrück, Leo & Co., mir von dem Unternehmen einer zu gründenden Deutschen Bank sprach mit der Aufforderung, mich an deren Bildung und Organisation zu beteiligen, ich willig darauf einging im Hinblick auf die dem deutschen Bankwesen nach transatlantischen Gebieten zu erobernde Ausdehnung, für die ich mir einige Kenntnisse zutraute.« Der von beiden Elternteilen aus jüdischen Bankiersfamilien stammende Ludwig Bamberger absolvierte nach dem Besuch des Gymnasiums in seiner Geburtsstadt Mainz ein Jurastudium an den Universitäten Gießen, Heidelberg und Göttingen, das er 1845/47 mit den beiden juristischen Staatsprüfungen abschloss. Die wissenschaftlichen Laufbahn, die er anstrebte, wurde durch die Revolution von 1848/49 unterbrochen, die Bamberger als Redner und als Journalist mit großer Leidenschaft - als ein entschiedener Vertreter der politischen Linken - unterstützte. Als Teilnehmer an der pfälzischen Erhebung vom Mai 1849 mußte er Deutschland verlassen und floh erst in die Schweiz, dann nach Holland, England und Frankreich. In Abwesenheit wurde er zu hohen Zuchthausstrafen und 1852 sogar zum Tode verurteilt, »vollziehbar auf dem Marktplatz der Stadt Zweibrücken«. Ausgebildeter Jurist, der er war, plante er zunächst, als Anwalt im Ausland zu arbeiten. Da er jedoch über seine Mutter mit der Bankiersfamilie Bischoffsheim verwandt war, folgte er dem Rat der Familie und versuchte es mit dem Bankgeschäft. Die beiden Brüder seiner Mutter, Louis und Jonathan Bischoffsheim, hatten Bankhäuser in Amsterdam, Antwerpen, London und Paris gegründet, und Bamberger lernte das Fach, zunächst in London, »von der Pike auf«. Als Zeichen seiner Anpassung an das neue Gewerbe fiel sogleich der »anstößige« Vollbart, das Symbol des Revolutionärs: Die Veränderung war so drastisch, dass ihn die meisten seiner Bekannten auf den ersten Blick nicht mehr wiedererkannten. 1851 begründete Bamberger in Rotterdam ein eigenes Bankhaus, mit dem er allerdings nicht reüssierte. Nach dieser ernüchternden Erfahrung ging er als Prokurist in die Pariser Firma seines Onkels, wo er vor allem auch Kenntnisse im Überseegeschäft erwarb, die ihm später bei der Gründung einer Außenhandelsbank von erheblichem Nutzen sein sollten. Zu den wichtigsten Erfahrungen dieser Jahre zählte die Errichtung der Banque de Paris et des Pays Bas, an der er beteiligt war, einer der beiden Vorgängerbanken der Banque Paribas, die noch heute zu den führenden französischen Banken gehört. Die Ereignisse in Deutschland, die auch von ihm selbst herbeigesehnte nationale Einigungsbewegung und der liberale Kurswechsel in Preußen, bewogen Bamberger 1866 zur Rückkehr. Bereits im Exil hatte er Bismarcks kleindeutsche Politik unterstützt, nicht zuletzt deshalb, weil sie auch den wirtschaftlichen Ordnungsvorstellungen der Liberalen zum Durchbruch verhalf. Als Abgeordneter seiner Geburtsstadt Mainz wurde er 1868 ins Zollparlament gewählt, dem aus Abgeordneten des Norddeutschen Reichstages und Vertretern der süddeutschen Staaten zusammengesetzten Parlament des Zollvereins. Bismarck, der Bamberger später als einen der besten Kenner des französischen Terrains zu seinem persönlichen Berater während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 berufen sollte, glaubte durch ihn Einfluß auf die dem Kanzler nach wie vor wenig geneigte liberale Presse gewinnen zu können. Die Anwesenheit in der Nähe Bismarcks setzte Bambergers demokratische Freunde in Erstaunen: »Oh Bamberger, weiland die keckste und schärfste Feder der hessischen Demokratie, wie alt und schwach bist du geworden, nachdem du beim Champagner des bitteren Pariser Exils so viel Geld als Bankier verdient!« musste er sich öffentlich verspotten lassen. 1869/70 war Bamberger an der Vorbereitung und Gründung der Deutschen Bank beteiligt. Die Denkschrift, die er im Auftrag des provisorischen Verwaltungsrates verfasste und am 8. Februar 1870 an Bismarck sandte, verlieh dem Antrag auf Konzessionierung der zu errichtenden Bank zusätzliches Gewicht und führte mit der Konzessionserteilung vom 10. März 1870 zum Erfolg. Das Ansehen, das Bamberger im Gründerkreis der Deutschen Bank genoß, wurde auch daran deutlich, daß man ihm, der zwar nur 18.000 Taler (von insgesamt 5 Millionen Taler Aktienkapital) zeichnete, die erste Stelle auf der Liste der Erstzeichner überließ. Von 1870 bis 1872 gehörte er dem aus 24 Mitgliedern bestehenden Verwaltungsrat der Deutschen Bank an, der als »Träger aller Vollmachten seitens der Gesellschaft« mit exekutiven Rechten ausgestattet, die weit über diejenigen des heutigen Aufsichtsrats hinausgingen. Nach der Reichsgründung 1871 wurde Bamberger in den Reichstag gewählt, dem er mehr als zwei Jahrzehnte, bis 1893, angehören sollte. Als führendes Mitglied der nationalliberalen Fraktion hatte er maßgeblichen Anteil an der Vereinheitlichung des deutschen Münzwesens, an der Umstellung von der Silber- auf die Goldwährung sowie an der Errichtung einer deutschen Zentral­bank, der Reichsbank, die im Jahre 1876 ihre Tätig­keit aufnahm. 1880 schloss sich Bamberger den »Sezessionisten« an, die sich im Streit um die von Bismarck geforderte Einführung von Schutzzöllen von der natio­nalliberalen Reichstagsfraktion getrennt hatten. Anders als ihre zur Kooperation mit dem Reichskanzler bereiten Parteifreunde lehnten die Sezessionisten, die sich bald darauf in »Liberale Vereinigung« umbenannten, eine von der konservativen Reichstagsmehrheit, dem Centralverband deutscher Industrieller und der Landwirtschaft getragene protektionistische Wirtschaftspolitik strikt ab. Damit war zugleich der endgültige Bruch mit dem Kanzler verbunden. Von 1883 bis 1893 gehörte Bamberger der Deutschfreisinnigen Partei an, die zeitweise die größte Fraktion im Reichstag stellte. Als diese sich 1893 erneut spaltete, schloss er sich deren rechtem Flügel, der Freisinnigen Vereinigung, an, ohne jedoch wieder ein Reichstagsmandat anzunehmen. Zahlreiche Schriften über das Münzwesen und andere wirtschaftspolitische Themen begründeten Bambergers hohes Ansehen als volkswirtschaftlicher Theoretiker. Seine wissenschaftliche Bildung, seine politischen und publizistischen Verbindungen, vor allem aber seine praktischen Erfahrungen in Politik und Wirtschaft prädestinierten ihn dazu, bei der Gründung einer nationalen Bank als »politischer Berater« mitzuwirken.


Bänziger, Hugo

Lebensdaten:
1956


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 2006 - 31. Mai 2012



Bechtolf, Erich

Lebensdaten:
08.04.1891 in Elberfeld - 30.10.1969 in Hamburg


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1942-1945 und 1957-1959, Vorsitzender des Aufsichtsrats 1960-1967




Bechtolfs Vater war Stadtbaumeister in Elberfeld. Nach einem Jurastudium arbeitete er zunächst als Syndikus beim Arbeitgeber-Verband, bevor er 1922 in gleicher Eigenschaft bei der Deutschen Bank Filiale Elberfeld eintrat. 1925 wurde er Filialleiter in Hamm, 1928 kam er als Abteilungsdirektor in das Sekretariat der Berliner Zentrale. Nach der Fusion mit der Disconto-Gesellschaft, an der als juristischer Berater mitgewirkt hatte, ging Bechtolf 1932 als Filialleiter nach Hamburg, wo er vor allem die Geschäftsverbindungen zu den Großreedereien pflegte.
Ab 1940 war Bechtolf im besetzten Holland deutscher Delegierter im Aufsichtsrat der niederländischen Deutschen Bank Tochter Handel-Maatschappij H. Albert de Bary & Co. Der von NS-Seite gewünschten Einverleibung der führenden polnischen Kreditinstitute durch deutsche Großbanken während des Zweiten Weltkriegs, kam Bechtolf insofern nicht nach, indem er "den Mut aufbrachte, ... die ihm aufgetragene Übernahme der Bank Handlowy durch simples Untätigbleiben zu hintertreiben" (Harold James). 1942 wurde er in den Vorstand der Deutschen Bank berufen, wo er für die Filialbezirke im rheinischen Industrierevier sowie für Sachsen zuständig war. Außerdem fiel das Sekretariat in sein Ressort. 
Bei Kriegsende wurde Bechtolf vom Vorstand nach Hamburg geschickt, um für den Fall der russischen Besetzung Berlins, eine Verlagerung der Zentralfunktionen der Bank in die Westzonen zu organisieren. Im Februar 1946 wurde er von den Alliierten vom Dienst suspendiert, konnte aber ab Ende 1947 seine Arbeit im "Führungsstab" Hamburg fortsetzen. In der Teilbankenzeit war Bechtolf Vorstandsmitglied der Norddeutschen Bank in Hamburg. Nach 1957 gehörte er noch zwei Jahre dem Vorstand der wieder errichteten Deutschen Bank an. Zu seinen wichtigen Mandaten gehörten der Vorsitz im Aufsichtsrat von Hoesch, der Reemtsma Cigarettenfabriken und der Nord-Deutschen Lebensversicherungs-AG. In der Deutschen Bank war er nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand von 1960 bis 1967 Aufsichtsratsvorsitzender.

 



Blessing, Werner

Lebensdaten:
23.04.1931 in Basel - 21.08.1987 am Chiemsee


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1981-1987




Der Sohn des früheren Bundesbankpräsidenten Karl Blessing erlernte nach dem Abitur bei der Hamburger Privatbank Joh. Berenberg, Gossler & Co. das Bankgeschäft. Bei der Norddeutschen Kreditbank stieg er bis zum stellvertretenden Vorstandmitglied auf, bevor er 1965 zur Deutschen Bank wechselte, wo er zunächst in Hamburg als Mitleiter der dortigen Filiale tätig war. Mit seinem Wechsel in die Frankfurter Zentrale übernahm er als Generalbevollmächtigter der Deutschen Bank die Leitung der Internationalen Abteilung. 1981 wurde er zum stellvertretenden und 1984 zum ordentlichen Vorstandsmitglied ernannt. Im Vorstand war er zuständig für das internationale Geschäft mit den Schwerpunkten Nord- und Südamerika, Südafrika und Australien. Im Inland war ihm der Filialbezirk Hannover übertragen. Die internationale Schuldenkrise beschäftigte ihn stark. Er vertrat die deutschen Kreditinstitute in den New Yorker Banken-Koordinierungsausschüssen für Brasilien und Mexiko. Auf dem Evangelischen Kirchentag in Frankfurt im Sommer 1987 erläuterte er die Rolle der Kreditinstitute vor allem im Geschäft mit Südafrika.



Blinzig, Alfred

Lebensdaten:
16.01.1869 in Stuttgart - 04.10.1945 in Bayreuth


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands von 1920-1934




Nach Lehrzeit und fünfjähriger Tätigkeit bei der Württembergischen Vereinsbank in Stuttgart, ging Blinzig 1892 zur weiteren Ausbildung zunächst nach Brüssel, 1894 nach London, wo er längere Zeit bei der Börsenmaklerfirma Nelke, Philipps & Bendix, aber auch für die London Agency der Deutschen Bank arbeitete, so daß er in Berlin kein Fremder mehr war, als er 1899 in das Sekretariat der Deutschen Bank eintrat. Im Dezernat von Arthur von Gwinner fand er Gelegenheit, seine Erfahrungen und Fähigkeiten in der technischen Durchführung internationaler Finanzgeschäfte zu entwickeln. 1902 erhielt er Prokura. 1904 wurde er nebenamtlich zum Vorstandsmitglied der Deutschen Treuhand-Gesellschaft ernannt.
Gleichzeitig war er wesentlich an der Einführung der Aktie der Baltimore & Ohio Railroad Company an der Berliner Börse beteiligt. Die durch das Börsengesetz von 1896 geschaffene Zulassungsstelle für ausländische Eisenbahnaktien befand sich zu dieser Zeit noch im Aufbau. Blinzig wurde daher in die USA entsandt, um vor Ort die für den Prospekt erforderlichen Angaben zu sammeln.

Nach seinem Eintritt in den Vorstand der Deutschen Bank 1920 fiel Blinzig ein Teil der Aufgaben Arthur von Gwinners zu. Zu seinem Ressort gehörte neben dem amerikanischen Finanzierungs- und Kreditgeschäft, die Aufsicht über die Filialen in Schlesien, Ostpreußen, Lübeck, Danzig und Kattowitz, das Depositengeschäft sowie Verwaltungsfragen. In den 1920er Jahren engagierte sich Blinzig für die Wiedererstattung des in den USA beschlagnahmten deutschen Eigentums; während eines Aufenthalts in New York 1927 gelang es ihm, einflussreiche Kreise von der Berechtigung der deutschen Argumente zu überzeugen und leistete damit einen wichtigen Beitrag zum Zustandekommen der sogenannten Freigabebill.
Blinzig vertrat die Deutsche Bank in einer größeren Zahl von industriellen Aufsichtsräten, z. B. bei der Gesellschaft für elektrische Licht- und Kraftanlagen, wo er den Vorsitz hatte. Elektrizitätsindustrie und Versicherungswirtschaft bildeten einen bevorzugten Teil seines Arbeitsgebiets. Von 1932 bis 1939 fungierte er als Aufsichtsratsvorsitzender der Philipp Holzmann AG.



Boehm-Bezing, Carl L. von

Lebensdaten:
20.05.1940 in Breslau


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands von 1990-2001



Boner, Franz A.

Lebensdaten:
14.08.1868 in Emden - 05.07.1941 in Garmisch-Partenkirchen


Bank:
Disconto-Gesellschaft / Deutsche Bank


Funktion:
Geschäftsinhaber / Mitglied des Vorstands 1922-1932




Die Familie Franz Boners stammte aus Emden, wo sein Vater im Schiffahrtsgewerbe als staatlich vereidigter Dispacheur tätig war, wie in den Hafenstädten die Sachverständigen für die Abwicklungen großer Havarien bezeichnet wurden. Auch Franz A. Boner wurde nach Jurastudium und Promotion in Fortführung der väterlichen Berufstradition durch Beschluß des Bremer Senats zum vereideten Dispacheur bestellt. Dieses Amt übte er von 1891 bis 1907 aus. Die Ausrichtung auf Schiffahrt und überseeischen Handel bestimmte auch das Wirken des Bankkaufmanns, nachdem er 1907 in die Leitung der Bremer Filiale der Disconto-Gesellschaft übergetreten war, welche 1904 das Bremer Bankhaus Schultze & Wolde übernommen hatte. Im Jahre 1922 wurde er Geschäftsinhaber der Disconto-Gesellschaft in Berlin und hatte neben dem Bremer Filialkreis die Gelddisposition zu betreuen. Nach der Verschmelzung mit der Deutschen Bank übernahm er das Personaldezernat, wo er sich bei dem erheblichen Stellenabbau infolge der Fusion um sozialverträgliche Regelungen bemühte.

1932 schied Boner aus dem Vorstand der Bank aus und wechselte, allerdings nur für ein Jahr, in den Aufsichtsrat. Von 1934 bis 1939 fungierte er aber noch als Vorsitzender des Beirats Berlin-Brandenburg der Deutschen Bank.

Boner verkörperte den Typ des gelassenen und die Dinge beharrlich verfolgenden Organisators, der sich vornehmlich der Innenarbeit widmete.

Zu den besonderen Leistungen, die seinen Namen auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machten, gehörte seine Tätigkeit in der Linoleumindustrie. Unter maßgeblicher Mitwirkung der Disconto-Gesellschaft wurde 1926 die Deutsche Linoleum-Werke AG gegründet, die eine Zusammenfassung des größten Teils der inländischen Werke dieses Industriezweiges darstellte. In ihr hatte Boner jahrelang den Vorsitz im Aufsichtsrat inne. In dieser Eigenschaft wirkte er auch bei der Errichtung der Continental Linoleum-Union, Zürich, mit, einer sechs europäische Länder umfassenden Interessengemeinschaft, in der die Deutsche Linoleum-Werke AG mit Abstand die bedeutendste Gesellschaft war. Gemäß seiner Herkunft befaßte sich Boner auch mit den überseeischen Interessen der deutschen Wirtschaft, u.a. beim Norddeutschen Lloyd, der Dampfschiffahrtsgesellschaft Hansa und vor allem auch bei der von der Disconto-Gesellschaft und der Norddeutschen Bank ins Leben gerufenen Brasilianischen Bank für Deutschland.




Bonn, Paul

Lebensdaten:
10.05.1882 - unbekannt


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1928-1930




Paul Bernhard Bonn stammte aus einer alteingesessenen jüdischen Bankiersfamilie in Frankfurt am Main. Nach einem Jurastudium, das er mit der Promotion abschloss, trat er im Juli 1909 in die Deutsche Bank Filiale Frankfurt ein. 1911 erhielt er Prokura. 1914 wurde er dort stellvertretender Direktor. In gleicher Eigenschaft ging er 1917 an die neugegründete Auslandsvertretung der Deutschen Bank nach Sofia, wo er ein Jahr später Volldirektor wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg kam er zur Zentrale nach Berlin. Gemeinsam mit Werner Kehl wurde er 1926 zum stellvertretenden, 1928 zum ordentlichen Vorstandsmitglied der Deutschen Bank ernannt.
Bonn arbeitete vor allem im Auslandsgeschäft und hier besonders im Rußlandgeschäft. So beteiligte er die Deutsche Bank an der im Jahre 1923 nach russischem Recht in Moskau gegründeten Russisch-deutschen Transithandels AG, die jedoch bald mit Verlusten arbeitete. Erfolgreicher war seine Rolle im Zusammenhang mit den großen Rußlandkonsortien, bei denen die Deutsche Bank seit 1926 eine Führungsrolle übernommen hatte. Als Mittlerstelle zwischen Banken und Industrie war hier die Ifago (Industriefinanzierungs-AG Ost) errichtet worden, deren Aufsichtsrat Bonn als einziger Bankenvertreter angehörte.
Durch die von Bonn betriebene Beteiligung der Deutschen Bank an der Osthandels-AG wurde die Bank in verlustreiche Warengeschäfte verwickelt. Bonn musste daraufhin im Dezember 1930 den Vorstand der Deutschen Bank verlassen.



Börsig, Clemens

Lebensdaten:
1948


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 2001-2006, Vorsitzender des Aufsichtsrats 2006 - 31. Mai 2012



Breuer, Rolf-E.

Lebensdaten:
03.11.1937 in Bonn


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1985-2002 (Sprecher 1997-2002), Vorsitzender des Aufsichtsrats 2002-2006



Brunswig, Peter

Lebensdaten:
19.06.1879 in Neustrelitz - 22.01.1953 in Bonn


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1933-1934




Peter Brunswig entstammte einer alten mecklenburgischen Pastoren-, Ärzte und Juristenfamilie. Auf den Schulbesuch in Neustrelitz folgte ein Jurastudium in Heidelberg, Berlin und Rostock, das er 1904 mit der Promotion abschloss. Im gleichen Jahr trat er in das Sekretariat der Berliner Zentrale der Deutschen Bank ein. Dort beschäftigte er sich hauptsächlich mit der finanziellen Seite von Gründungen und Umwandlungen von Unternehmungen in eine andere Gesellschaftsform sowie mit Industrie- und Kommunalanleihen. Anfang 1909 ging Brunswig nach Santiago de Chile und bearbeitete dort im Auftrag der Deutschen Bank Geschäfte mit der chilenischen Regierung und übernahm 1910 die Leitung der Filiale Santiago der Deutschen Ueberseeischen Bank. 1921 kehrte er als Syndikus in die Zentrale nach Berlin zurück. 1926 wurde er als stellvertretendes, 1933 als ordentliches Mitglied in den Vorstand der Deutschen Bank berufen. Allerdings verließ er schon im darauffolgenden Jahr die Bank um als persönlich haftender Gesellschafter beim Düsseldorfer Bankhaus C.G. Trinkaus einzutreten. 
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er als kommissarisches Direktionsmitglied die Leitung der Rheinischen Girozentrale und Provinzialbank und arbeitete als Mitglied des Gemeinsamen Deutschen Finanzrats in Frankfurt an der Neuordnung des deutschen Geldwesens mit. Für die Vorbereitungen des Wertpapierbereinigungsgesetzes stellte er sich ebenfalls zur Verfügung.
Peter Brunswig starb bei einem Autounfall.



Burgard, Horst

Lebensdaten:
28.01.1929 in Traben-Trarbach - 23.11.1999


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1971-1993




Bevor sich Burgard der Betriebswirtschaftslehre zuwandte, studierte er zunächst Anglistik, Geschichte und Philosophie. Nach dem Examen zum Diplom-Kaufmann, das er in Köln ablegte, kam er 1956 zur Deutschen Bank, wo er bis 1968 in mehreren Filialen im Rheinland – zuletzt als Direktor – tätig war. Zwischenzeitlich promovierte er zum Dr. rer. pol. Burgard wurde 1970 zum Direktor mir Generalvollmacht ernannt. 1971 erfolgte die Bestellung zum stellvertretenden, 1974 zum ordentlichen Vorstandsmitglied. Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand 1993 wählte ihn die Hauptversammlung in den Aufsichtsrat, dem er bis 1997 angehörte. Burgard war fast zwei Jahrzehnte für die Personalpolitik der Bank und damit für einen Bereich verantwortlich gewesen, der seiner Neigung entsprach, diffizile Dinge diskret zu behandeln. Sein nach außen hin zurückhaltendes Auftreten verdeckte, wie stark Burgard nach innen gewirkt hat. So oblag ihm auch über mehrere Jahre die Zuständigkeit für den Bereich Kreditüberwachung und damit für einen wesentlichen Teil des Risikomanagements der Bank. In seine regionale Zuständigkeit fielen Frankreich, Belgien, die Niederlande und im Inland der Filialbezirk Frankfurt am Main. Daneben nahm Burgard zahlreiche Aufsichtsratsmandate wahr. Im kulturellen Bereich engagierte sich Burgard unter anderem als Vorsitzender des Verwaltungsausschusses des Freien Deutschen Hochstifts und der Vereinigung von Freunden und Förderern der Frankfurter Universität.



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Letzte Änderung: 29.5.2012
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