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Personen

Magnus, Victor von

Lebensdaten:
13.09.1828 in Berlin - 29.06.1872 in Potsdam


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Vorsitzender des Verwaltungsrats 1870-1871




Victor von Magnus gehörte nicht nur zum Gründerkreis der Deutschen Bank, er war auch der erste Vorsitzende des Verwaltungsrats des neugegründeten Instituts. An der Spitze diese Eigentümergremiums der Bank stand er allerdings nur für etwas mehr als ein Jahr. Magnus stammte aus einer jüdischen Kaufmanns- und Gelehrtenfamilie, die im 19. Jahrhundert den typischen Emanzipationsprozess durchlief. Der Großvater Immanuel Meyer Magnus, der mit der Tochter des bedeutenden Berliner Kaufmanns und Bankiers Benjamin Josef Fränkel verheiratet war, hatte sich 1807 taufen lassen und im Jahr darauf sein eigenes Bankgeschäft gegründet. Sein Sohn Martin Friedrich übernahm das Bankhaus, das seit 1821 unter dem Namen „F. Mart. Magnus“ firmierte. Neben dem Bankhaus Mendelssohn stieg es in den folgenden Jahrzehnten zur angesehensten Berliner Privatbank auf, was nicht zuletzt daran erkennbar ist, dass die Bank 1859 ins Preußenkonsortium aufgenommen wurde. Ihr Inhaber, Martin Friedrich Magnus, war bereits im März 1853 in den Adelsstand erhoben worden. Sein Sohn Victor stand lange im Schatten eines Vaters. Erst nach dessen Tod im Jahr 1869 konnte er selbständig arbeiten. Im gleichen Jahr war Adelbert Delbrück an ihn herangetreten, um ihn für die Gründung einer überseeischen Bank zu gewinnen. Das Bankhaus Mendelssohn hatte kein Interesse gezeigt. Delbrück hielt es aber für unbedingt notwendig, ein führendes Berliner Haus dabei zu haben. Tatsächlich zeichnete das Bankhaus F. Mart. Magnus Aktien der Deutschen Bank über 175.000 Taler und Victor von Magnus wurde von den Gründern zum ersten Vorsitzenden des Verwaltungsrats gewählt. Bereits Mitte 1871 musste er das Amt aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgeben. Da er im folgenden Jahr kinderlos starb, wurde das Bankhaus F. Mart. Magnus aufgelöst.
 

 


Mankiewitz, Paul

Lebensdaten:
07.11.1857 in Mühlhausen - 22.06.1924 in Selchow/Mark


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1898-1923 (Sprecher 1919-1923)




Mankiewitz absolvierte nach dem Abitur in Halberstadt eine Banklehre bei der Firma Hanau in Mülheim/Ruhr und war danach für die Vereinsbank in Mühlhausen und die Anglo-Deutsche Bank in Hamburg tätig. 1879 trat er in die Zentrale der Deutschen Bank in Berlin ein. 1885 erhielt er Prokura und wurde 1891 stellvertretender Direktor.
1898 wurde er in den Vorstand berufen und nahm von 1919 bis 1923 die Funktion des Sprechers wahr. Mankiewitz galt als all-round-man des Bankgewerbes, sein Spezialgebiet war jedoch das Börsen- und Devisengeschäft. Als Börsendirektor repräsentierte er die Bank sehr erfolgreich an der Berliner Börse, wobei Mankiewitz von sich behauptete, er habe auf diesem Gebiet "das Gefühl in den Fingerspitzen für die Tendenz". Besonders in den Geschäften mit russischer Valuta und russischen Anleihen zeigte sich sein zielsicheres Geschick.

Eine weitere Domäne seines Wirkens bildete das Versicherungswesen; hier vertrat er die Bank im Aufsichtsrat mehrerer Gesellschaften. 1901 bewährte er sich als geschickter Unterhändler während der Northern-Pacific Krise, aus der die im nordamerikanischen Eisenbahngeschäft engagierte Deutsche Bank gestärkt hervorging. Mankiewitz arbeitete an der Lösung zahlreicher wirtschaftspolitischer Probleme. Als besonderer Kenner der Währungspolitik repräsentierte er seit 1914 die Deutsche Bank im Beirat der Reichsbank und arbeitete dort unter anderem an der finanztechnischen Bewältigung der alliierten Reparationsforderungen mit. Zur Linderung sozialer Härten bei durch den Weltkrieg mittellos gewordenen Ausländern und deutschen Kriegsgefangenen bewirkte er den Einsatz erheblicher finanzieller Mittel. Zahlreiche Studenten an Universitäten und Technischen Hochschulen profitierten zudem von der durch Mankiewitz initiierten Deutschen Studentenhilfe.

Mankiewitz' Tätigkeit als Sprecher fiel in eine politisch turbulente Zeit, in der die Geschäfte der Bank als Folge des Ersten Weltkrieges in eine längere "defensive" Phase eintraten. Auf Grund gesundheitlicher Probleme schied er Ende 1923 aus dem Vorstand aus. Charakteristisch für Mankiewitz' Haltung ist der von ihm häufig zitierte Grundsatz: "Das Hauptaktivum der Deutschen Bank ist das Vertrauen, das man zu ihr hat, und unsere vornehmste Aufgabe muß es sein, es ihr zu erhalten."

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Matherat, Sylvie

Lebensdaten:
1962


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands seit dem 1. November 2015



Merkle, Hans Lutz

Lebensdaten:
01.01.1913 in Pforzheim - 22.09.2000 in Stuttgart


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands, Mitglied des Aufsichtsrats 1960-1988; stellvertretender Vorsitzender 1968-1978; Vorsitzender 1984-1985




Hans Lutz Merkle wurde als Sohn eines Druckereibesitzers und Verlegers in Pforzheim geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre im väterlichen Betrieb war er seit 1935 für die Reutlinger Textilfirma Ulrich Gminder tätig und wurde dort 1949 Vorstandsmitglied. 1958 folgte dann der Wechsel in die Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, als deren Vorsitzender Merkle von 1963 bis 1984 fungierte. Es folgten weitere vier Jahre an der Spitze des Aufsichtsrats, dessen Ehrenvorsitzender er bis zu seinem Tode blieb. Unter seiner Regie wurde Bosch zu einem High-Tech-Konzern mit Weltgeltung. Zur Führungsspitze der Deutschen Bank (insbesondere zu Hermann J. Abs und zu Wilfried Guth) unterhielt Hans L. Merkle gute persönliche Beziehungen. So gehörte er auch viele Jahre lang dem Aufsichtsrat der Bank an, wo er eine exponierte Stellung einnahm: Von 1960 bis 1988 war Merkle Mitglied des Aufsichtsrats, von 1968 bis 1978 stellvertretender Vorsitzender und vom 3. Juli 1984 bis zum 14. Mai 1985 sogar dessen Vorsitzender. Damit wurde mit einer langen Tradition der Deutschen Bank, die darin bestand, das der Aufsichtsratsvorsitzende aus dem Kreis der ehemaligen Vorstandssprecher rekrutiert wurde, gebrochen. Merkles Vorgänger Franz H. Ulrich konnte das Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. So entschied man sich für diese Übergangslösung, wodurch aber zugleich das große Vertrauen zum Ausdruck kam, das man ihm entgegenbrachte. Mit seinem Nachfolger Wilfried Guth kehrte man dann bereits wieder zum früheren Modus zurück. Auch nach dem Ausscheiden aus diesen offiziellen Funktionen behielt er gute Kontakte zu führenden Persönlichkeiten der Bank. Vor allem deren wichtigstes Industrie-Engagement, die Daimler-Benz AG, zugleich auch einer der wichtigsten Kunden von Bosch, lag ihm am Herzen. Hinzu kamen weitere Mandate bei führenden Konzernen von der BASF über Volkswagen bis zur Allianz. Merkle zählte zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft. Er hat Kanzler Kiesinger beraten und gehörte ebenso zum Beraterkreis von Helmut Schmidt. Er galt als Verfechter eines "moralischen Kapitalismus", basierend auf persönlicher Leistung, Pflichtgefühl und Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit. In Anerkennung seiner Leistungen wurde 1997 die Robert Bosch Jubiläumsstiftung, welche zur Förderung der Wissenschaft und des wissenschaftlichen Nachwuchses errichtet wurde, in Hans L. Merkle-Stiftung umbenannt.

 

 



Mertin, Klaus

Lebensdaten:
09.03.1922 in Neisse - 31.05.1995


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1971-1988




Seine Bankkarriere begann der gebürtige Schlesier 1951 bei der Norddeutschen Bank in Hamburg, einem der damaligen Nachfolgeinstitute der Deutschen Bank. Als Angehörigem des Jahrgangs 1922 versperrten ihm nach dem Abitur zunächst Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft die berufliche Laufbahn und ließen ihn erst 1948 das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Hamburger Universität beginnen. Parallel zu seiner Tätigkeit in der Bank arbeitete er an seiner Dissertation über die Probleme der Sammelwertberichtigung, mit der er 1957 zum Dr. rer. pol. promoviert wurde. Im gleichen Jahr wechselte Klaus Mertin in die Zentrale der Bank nach Frankfurt, wo in der damaligen Oberbuchhalterei die Kernaufgaben des heutigen Controlling erfüllt wurden. Er übernahm 1969 die Verantwortung für das gesamte Rechnungswesen der Bank. 1971 wurde er in den Vorstand berufen (bis 1974 als stellvertretendes Vorstandsmitglied), dem er bis 1988 angehörte. Während zweier Jahrzehnte sorgte er für eine Weiterentwicklung des Rechnungswesens, um dessen Aussagekraft zu erhöhen und es zu einem geschäftspolitischen Instrument fortzuentwickeln. Lange Jahre kümmerte sich Mertin außerdem im Rahmen seiner regionalen Zuständigkeit um das Geschäft der Bank in Berlin und im Stuttgarter Filialbezirk. Seine Beiträge für die Verbindung bankbetrieblicher Wissenschaft und Praxis wurden auch von der Wissenschaft anerkannt. 1990 erhielt Mertin die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Frankfurter Universität.



Merton, Richard

Lebensdaten:
01.12.1881 in Frankfurt am Main - 06.01.1960 in Frankfurt am Main


Bank:
Süddeutsche Bank AG, München


Funktion:
Vorsitzender des Aufsichtsrats 1955 - 1957




Richard Merton entstammte einer alten jüdischen Familie, die sich unter dem Namen Moses bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Nach dem Abitur am Frankfurter Lessing-Gymnasium (1900) erhielt er in der väterlichen Familienfirma einen durch mehrjährige Auslandstätigkeit unterstützten geschäftlichen Anschauungsunterricht und absolvierte außerdem ein Jura- und Kameralistikstudium. Über mehrere Jahrzehnte prägte Merton die Entwicklung der Metallgesellschaft AG. Von 1907 bis 1911 war Merton Mitglied des Aufsichtsrats dieses Industrieunternehmens, von 1911 bis 1928 Vorstandsmitglied, und von 1928 bis 1939 Vorsitzender des Aufsichtsrats. Merton bekleidete in dieser Zeit noch weitere wichtige Ämter: er war z.B. von 1928 bis 1932 Stadtverordneter der Stadt Frankfurt am Main, Mitglied des Reichstags als Abgeordneter der DVP von 1932 bis 1933 und von 1932 bis 1938 sowohl Mitglied des Präsidiums als auch Verwaltungsrat der Internationalen Handelskammer. 1938 wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft zur Niederlegung aller Ämter gezwungen und musste 1939 nach England ins Exil gehen. Auch nach dem Krieg behielt Merton seine Vielseitigkeit bei und gehörte insgesamt 35 Vereinigungen als führende Persönlichkeit an. Schon ein Jahr nach seiner Rückkehr im Jahr 1947 wurde er wieder Vorsitzender des Aufsichtsrats der Metallgesellschaft AG. Ab 1958 war er deren Ehrenvorsitzender. Richard Merton war bereits von 1934 bis 1937 Mitglied im Frankfurt-Hessischen Beirat der Deutschen Bank. Nach dem Krieg war er von 1952 bis 1955 stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat der Süddeutschen Bank AG, München. Vom 24.3.1955 bis 1957 fungierte er schließlich als Aufsichtsratsvorsitzender dieses Nachfolgeinstituts der Deutschen Bank.

 



Michalowsky, Carl

Lebensdaten:
01.09.1862 in Löbau/Westpreußen - 26.05.1941 in Berlin


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1908-1927




Carl Michalowsky stammte aus eine Apothekerfamilie. Nach Abschluss seiner juristischen Ausbildung war Michalowsky ab 1889 Amtsrichter in seinem Geburtsort Löbau. 1891 wurde er juristischer Referent bei der Provinzialverwaltung von Westpreußen, 1895 ging er als Stadtkämmerer nach Stettin.

Zu Beginn des Jahres 1900 trat er in den Dienst der Deutschen Bank, zunächst als Syndikus des Sekretariats. Rasch aufgestiegen wurde er 1905 zum stellvertretenden, 1908 zum ordentlichen Vorstandsmitglied berufen. Zu seinem Dezernat gehörten die innere Verwaltung und Organisation, das Sekretariat, die Rechtsabteilung - er war zeitweilig der einzige Jurist im Vorstand - und später die Überwachung der Filialbezirke Frankfurt am Main, Pommern, Schlesien, Ost- und Westpreußen. Auch die Aufsicht über das Archiv der Deutschen Bank fiel in seine Zuständigkeit. Von 1914 an hatte er das gesamte Personalwesen zu betreuen, eine Aufgabe, die in den Kriegs- und Inflationsjahren mit außerordentlich großen Schwierigkeiten verbunden war. Auf das stetige Anwachsen der Zahl der Angestellten von 11.300 im Jahre 1914 auf 40.000 Ende 1923 folgte ein Abbau bis auf 14.800 im Jahre 1927. Michalowsky bemühte sich, diese Verminderung des Personalbestandes um mehr als 25.000 Menschen in möglichst sozialverträglicher Weise durchzuführen. Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand gehörte er noch bis 1933 dem Aufsichtsrat an.

Die Wohlfahrtseinrichtungen der Deutschen Bank, die in seiner Zeit als Personaldezernent ins Leben gerufen wurden, sind vielfach durch seine persönliche Initiative entscheidend gefördert worden, so etwa die Erholungsheime Johannaberg, Sellin und Caputh.

 



Millington-Herrmann, Paul

Lebensdaten:
10.11.1858 in Hamburg - 24.05.1935 in Berlin


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1911-1928




Millington-Herrmann entstammte einer alteingesessenen Hamburger Kaufmannsfamilie, die unter anderem das seit 1792 bestehende und seit 1859 von seinem Vater geführte Bankhaus "De Chapeaurouge & Co. Succ." unterhielt. Nach einer Lehrzeit im Hamburger Bankhaus Haller, Söhle & Co. ging er ab 1881 für zwei Jahre ins Ausland (Spanien, Frankreich, England). Bei der Rückkehr nach Hamburg trat er in das väterliche Bankhaus ein, zunächst als Prokurist, später als Teilhaber. Aufgrund verschiedentlicher Verwechslungen mit einer Braunschweiger Firma Paul Julius Herrmann ergänzte er 1891 seinen Namen um den Mädchennamen seiner englischen Ehefrau Lydia Eliza Millington.

Im Jahre 1895 konnte Deutsche Bank-Vorstand Roland-Lücke Millington-Herrmann dafür gewinnen, das Geschäft der Deutschen Ueberseeischen-Bank in Chile aufzubauen. Hier gewann er bald das Vertrauen nicht nur der dortigen Kunden, sondern auch der chilenischen Regierung, die er in wirtschaftlichen Krisensituationen beriet.

Bald nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1899 trat er in die Deutsche Bank ein. Als am 25. Juni 1901 die Leipziger Bank zusammenbrach, organisierte Millington-Herrmann in einer Blitzaktion die Eröffnung einer Filiale der Deutschen Bank in Leipzig nur einen Tag später und positionierte damit das Unternehmen am Bankplatz Sachsen. Ende des gleichen Jahres wurde auf seinen Vorschlag hin durch Übernahme des Dresdener Bankgeschäfts Menz, Blochmann & Co., bei dem die Deutsche Bank seit 1889 eine Depositenkasse unterhielt, in Dresden eine Filiale errichtet. Die in Sachsen geleistete Arbeit wurde 1911 durch die Berufung in den Vorstand anerkannt. Sein Aufgabenbereich umfasste im besonderen das Übersee- und Remboursgeschäft. Daneben fiel die Aufsicht über die ausländischen (London, Brüssel, Konstantinopel), nord- und mitteldeutschen Filialen in sein Ressort.

Im Ersten Weltkrieg stellte er in leitenden und beratenden Funktionen seine Übersee-Erfahrung in den Dienst der Kriegswirtschaft. Auf seine Initiative beteiligte sich die Deutsche Bank an der Gründung und Entwicklung der Deutschen Ozean-Reederei in Bremen, die erstmals 1916 das U-Boot "Deutschland" für den Post- und Handelsverkehr zwischen den USA und Deutschland einsetzte. Nach 1918 bemühte er sich darum, die kriegsbedingt unterbrochenen Beziehungen der Bank zum Ausland wiederaufzunehmen und ihr überseeisches Geschäft den veränderten Verhältnissen anzupassen.

Millington-Herrmann war bei mehr als 60 Gesellschaften im Aufsichtsrat vertreten, darunter vor allem Unternehmen der Schiffahrts-, Textil-, Maschinen-, Montan-, Zigarren- und chemischen Industrie. Dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank gehörte er nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand noch bis 1934 an.



Miquel, Johannes von

Lebensdaten:
19.02.1828 in Neuenhaus - 08.09.1901 in Frankfurt am Main


Bank:
Disconto-Gesellschaft


Funktion:
Geschäftsinhaber 1869-1873




Miquel, seit 1854 als Rechtsanwalt tätig und Mitglied (Nationalliberale) des Preußischen Abgeordnetenhauses, war ab 1865 Oberbürgermeister von Osnabrück. Mit seiner Berufung zum Geschäftsinhaber sicherte sich die Disconto-Gesellschaft die Mitarbeit eines erfahrenen Juristen, Verwaltungsbeamten und Politikers. Seine Bedeutung für die Bank lag dabei weniger in seiner beratenden Tätigkeit als Justitiar, sondern vielmehr in der Unterstützung, die er als politischer Interessenvertreter im Preußischen Abgeordnetenhaus, bzw. ab 1871 auch im Deutschen Reichstag, den Beteiligungs- und Investitionsplänen der Disconto-Gesellschaft in den Parlamenten zuteil werden lassen konnte. Besonders galt dies für den Bau deutscher Eisenbahnlinien und der Gotthardbahn sowie für die Gründung der Preußischen-Central-Bodencredit-Aktiengesellschaft. Die Verbindung finanzieller und parlamentarischer Tätigkeit musste für Miquel jedoch unvermeidlich zu einer problematischen Verquickung beider Bereiche führen, so daß er sich 1873 aus dem aktiven Bankgeschäft zurückzog und nur noch den Vorsitz im Verwaltungsrat übernahm, den er 1876 niederlegte. Noch im gleichen Jahr wurde er wieder Oberbürgermeister von Osnabrück. Von 1880 bis 1890 war er Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main und wurde dann zum preußischen Finanzminister in Berlin berufen, wo er mit der erfolgreichen Durchführung der preußischen Steuerreform ("Miquelsche Steuerreform") breite Bekanntheit erlangte. Ebenso wie bei Karl Helfferich ist auch bei Johannes von Miquel die Tätigkeit für ein Institut der privaten Kreditwirtschaft nur wenig in Erinnerung geblieben.
 


 



Mitchell, Edson

Lebensdaten:
19.05.1953 in Portland/Maine - 22.12.2000 in Rangeley/Maine


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 2000




Edson Mitchell wuchs als Nachfahre schwedischer Einwanderer in einfachen Verhältnissen auf. Er durchlief ein Studium der Wirtschaftswissenschaft am Colby College und an der Tack School of Business des Dartmouth College, das er 1978 mit einem Master of Business Administration abschloss. Anschließend sammelte er Erfahrung bei der Bank of America in Chicago, bevor er 1980 zu Merrill Lynch nach New York ging. Dort konnte er zwar große Erfolge vorweisen, stieg aber nicht bis in die oberste Führungsriege auf. 1995 warb ihn die Deutsche Bank ab, um die Leitung ihres Geschäftsbereichs Global Markets zu übernehmen. Er hatte von London aus maßgeblichen Anteil daran, dass die Bank sich in der Spitze der weltweit führenden Investmentbanken etablieren konnte. Besondere Erfolge verzeichneten unter seiner Verantwortung die Handelsaktivitäten für Devisen, Renten und Aktien. Im Juni 2000 wurde Mitchell zusammen mit Michael Philipp als erster Amerikaner in den Konzernvorstands berufen. Auf privater Ebene engagierte sich Mitchell als Mitbegründer des Rangeley Lakes Heritage Trust in seinem Heimatstaat Maine. Beim Absturz seines Privatflugzeugs kam Mitchell Ende des Jahres 2000 ums Leben. Der Selfmademan „Ed" Mitchell galt bei Bewunderern wie Kritikern als Inbegriff des erfolgsorientierten Investmentbankers angloamerikanischer Prägung.



Mölle, Andreas Friedrich

Lebensdaten:
1813 - 1878


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands 1871-1872, Mitglied des Aufsichtsrats der Disconto-Gesellschaft 1877-1878




Zu den Vorstandsmitgliedern, über deren Leben am wenigsten bekannt ist, zählt Andreas Friedrich Mölle. Er stammte aus Wanzleben bei Magdeburg, wo er 1813 als Sohn eines Schäfers geboren wurde. Bevor er vom Januar 1871 bis Januar 1872 dem Vorstand der Deutschen Bank angehörte, hatte er eine Beamtenlaufbahn absolviert. Von 1843 bis 1875 kann er im Adresskalender für Berlin und Potsdam nachgewiesen werden. Zunächst als Sekretär und Kalkulator bei der Kassen- und Etats-Abteilung im preußischen Finanzministerium, dann bei derselben Abteilung als Geheimer Rechnungsrat und schließlich als Geheimer Oberfinanzrat. Zwischen 1866 und 1871 muss er aus dem Staatsdienst ausgeschieden sein, der Adresskalender von 1872 erwähnt ihn als Geheimen Oberfinanzrat a.D. Über seine Tätigkeit bei der Deutschen Bank, die er in der Nachfolge des bereits nach wenigen Monaten wieder ausgetretenen Vorstandsmitglieds Wilhelm A. Platenius übernahm, ist wenig bekannt. Der erste Geschäftsbericht über das Jahr 1870 trägt Mölles Unterschrift wie auch die ersten Aktien der Bank, die nach der Vollzeichnung des Kapitals im September 1871 an die Aktionäre ausgegeben wurden. Ansonsten ist überliefert, dass sein in der Ministerialbürokratie geschulter Arbeitsstil nicht zur neu gegründeten Deutschen Bank passen wollte. Ludwig Bamberger schrieb dazu in seinen Erinnerungen: „Als es sich darum handelte, einen obersten Direktor an die Spitze zu stellen, ließen sich die Berliner Beteiligten, insbesondre auf Antrieb Adalbert Delbrücks, welcher der führende Geist dabei war, bestimmen, in preußischem Respekt von der Bureaukratie einem Geheimen Finanzrat, der lange in der Staatsverwaltung gearbeitet hatte, auf diesen Posten zu setzen. Der Mann war weder dumm noch unwissend, aber etwas Unfähigeres an solcher Stelle habe ich noch nie gesehen. Beamtenfach und kaufmännischer Beruf sind so himmelweit von einander entfernt.“ Dies kann auch Mölle nicht entgangen sein, jedenfalls kam er, wie sein Vorstandskollege Hermann Wallich später berichtete, „nach einjähriger Tätigkeit zu der Erkenntnis, daß die Qualifikation eines hohen Beamten nicht genügte, um die Leitung eines Erwerbsinstituts zu übernehmen.“ Über seine spätere Tätigkeit ist nur bekannt, dass er 1877 in den Aufsichtsrat der Disconto-Gesellschaft eintrat, dem er bis zu seinem Tod 1878 angehörte.
 


 


Moltke, James von

Lebensdaten:


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands seit dem 1. Juli 2017



Moreau, Nicolas

Lebensdaten:
1965


Bank:
Deutsche Bank


Funktion:
Mitglied des Vorstands seit 1. Oktober 2016



Mosler, Eduard

Lebensdaten:
25.07.1873 in Straßburg - 22.08.1939 in Berlin


Bank:
Disconto-Gesellschaft / Deutsche Bank


Funktion:
Geschäftsinhaber / Vorstand: 1911-1939 (Sprecher 1934-1939)




Nahezu drei Jahrzehnte seiner beruflichen Laufbahn war Eduard Mosler der Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank verbunden.

Der promovierte Jurist begann seine berufliche Tätigkeit zunächst im Staatsdienst, wo er als Gerichtsassessor tätig war, bevor er im Jahre 1900 als Syndikus in die Berliner Handels-Gesellschaft eintrat. Bereits zwei Jahre später, als Neunundzwanzigjähriger, wurde er in den Kreis der Geschäftsinhaber aufgenommen. Mosler arbeitete neben dem berühmten Carl Fürstenberg und wurde auch bereits in der Presse als dessen Nachfolger gehandelt. So manches Geschäft, das nach außen hin als Fürstenbergs Verdienst erschien, entsprang den Überlegungen Moslers.

Mosler blieb jedoch nicht bei der Berliner Handels-Gesellschaft, sondern trat 1911 in die Leitung der Disconto-Gesellschaft in Berlin ein. Hier arbeitete er vor allem im Börsengeschäft. Ein weiteres Hauptgebiet seiner Tätigkeit war die Rationalisierung im Bankwesen, die er selbst im Jahre 1929 durch die Fusion der Disconto-Gesellschaft mit der Deutschen Bank mit großem Erfolg verwirklichte. Zusammen mit Oscar Schlitter von der Deutschen Bank hatte er die Bedingungen für die Verschmelzung der beiden Banken ausgehandelt. Die Tatsache, dass nach dem Zusammenschluss im Vorstand der vereinigten Bank die Männer der Disconto-Gesellschaft das Übergewicht hatten, zeigte die geschickte Verhandlungstaktik Moslers. Er selbst gehörte bis 1939 dem Vorstand an und übernahm, nach dem durch die Nationalsozialisten erzwungenen Rücktritt Oscar Wassermanns und Georg Solmssens, 1934 die Rolle des Sprechers der Deutschen Bank.

Geschickt verstand er es, die anfängliche Kritik des Nationalsozialismus an den Großbanken abzuwehren, musste jedoch zunehmende Einschränkungen der geschäftlichen Freiheit seines Instituts hinnehmen. Wegen der jüdischen Herkunft seiner Mutter, der Tochter des (bereits 1829 konvertierten) früheren preußischen Finanzministers Heinrich von Friedberg, war Mosler selbst Angriffen ausgesetzt.

Neben seinen Aufgaben in der Bank übernahm Mosler frühzeitig wichtige Ämter, bei denen es um die Interessenvertretung des gesamten privaten Bankgewerbes ging. Hervorragendes leistete er seit 1911 an der Spitze der sogenannten "Stempelvereinigung", die er aus einem anfangs nicht sehr bedeutsamen Verband von Berliner Banken und Bankiers zu einem mächtigen Instrument der Bankenpolitik machte. Es gelang ihm, eine Vereinheitlichung der Geschäftsbedingungen der Banken herbeizuführen. Durch diese "Allgemeinen Abmachungen", die 1913 von den Bankenvereinigungen angenommen wurden, waren die Kreditbanken in wesentlichen Grundsätzen ihrer Geschäftspolitik zu gemeinsamem Handeln zusammengeschlossen. Gleichzeitig arbeitete Mosler in der Berliner Handelskammer, im Zentralausschuss der Reichsbank und im Centralverband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes mit. Viele Jahre war er zudem Vorsitzender des Börsenvorstandes in Berlin und trat in den 1930er Jahren vor allem den Bestrebungen einer künstlichen Organisation des Börsengeschäftes - insbesondere durch die Verlegung aller Wertpapiergeschäfte in die Börse - entgegen.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand der Deutschen Bank zu Beginn des Jahres 1939 wurde Mosler kurz vor seinem Tod noch zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Die Berliner Börsen-Zeitung schrieb anlässlich seines Todes: "Der Mann, dessen Wirken weit über das Institut hinausging, dem er so lange angehört hatte und der nicht nur dem gesamten Bankgewerbe, sondern der deutschen Wirtschaft überhaupt einen so großen Teil seiner Arbeit gewidmet hat, liebte es nicht, wenn man über ihn schrieb. Charakteristisch ist für ihn, daß er im Telephonbuch als Gerichtsassessor a.D. stand."

 




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Letzte Änderung: 3.5.2017
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