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| Home > Themen > Erdöl > Die Deutsche Bank und die Erdölindustrie |
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Aktie der Steaua Romana |
Wie kaum ein anderer Rohstoff hat das Erdöl die Welt verändert und die Industrialisierung maßgeblich beeinflußt. Die Nutzung des Öls für Produkte der chemischen Industrie schuf ein hohes ökonomisches Potential und bildete die Basis für einen veränderten Massenkonsum. Und im Gegensatz zu anderen Industriezweigen hatte der Staat zur Sicherstellung der privaten und öffentlichen Energieversorgung stets ein besonderes Interesse am "schwarzen Gold".
Auch die Banken stiegen selbstverständlich in das Erdölgeschäft ein, das viel Kapital erforderte. Die Deutsche Bank erwarb 1903 die rumänische Erdölgesellschaft Steaua Romana, die über umfangreiche Erdölvorkommen an den Ost- und Südhängen der Karpaten verfügte.
Obwohl das Unternehmen in Rumänien selbst eine gute Marktposition erreichen konnte, diktierten auf den Exportmärkten, und besonders in Deutschland, amerikanische Firmen die Preise.
"Wir mußten lernen, daß die Hauptschwierigkeit nicht die Gewinnung des Erdöls, sondern sein Verkauf ist", so beschrieb der damalige Vorstandssprecher Arthur von Gwinner in seinen Erinnerungen die Lage. Aber schließlich hat "die Deutsche Bank sogar viel Geld an dem Geschäft verdient", bemerkte Gwinner rückblickend, fügte jedoch hinzu, daß er als Bankmann diese Geschäfte nie wieder anrühren würde.
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| Arthur von Gwinner und Emil Georg von Stauß |
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Der erste Generaldirektor der Steaua Romana wurde 1903 der Deutschrusse Georg Spies. Arthur von Gwinner ließ ihm zunächst freie Hand.
Später kam es jedoch zwischen beiden zu größeren Meinungsverschiedenheiten und Gwinner baute seinen Sekretär Emil Georg von Stauß zum starken Mann im Ölgeschäft der Deutschen Bank auf: Stauß trat 1905 in die Steaua Romana ein, 1914 wurde er deren Generaldirektor. Daneben fungierte er als Geschäftsführer der Europäischen Petroleum-Union und Generaldirektor der Deutschen Petroleum-AG. 1915 wurde Stauß in den Vorstand der Deutschen Bank berufen.
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Steaua Romana Petroleumfeld Moinesti |
Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs hatte sich die Steaua Romana zur größten und bedeutendsten Produktionsstätte Rumäniens entwickelt.
Während des Krieges waren die rumänischen Erölgebiete zwischen Mittelmächten und Entente umkämpft.
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| Kaiser Wilhelm II. besichtigt 1917 die Ölfelder in Campina |
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Das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutete das Aus für die deutschen Erdölinteressen in Rumänien. Der Deutschen Bank gelang es dabei, ihre Beteiligung an der Steaua Romana ohne Verlust an ein rumänisch-französisch-englisches Bankenkonsortium zu verkaufen.
In den 1920er Jahren konzentrierte die Deutsche Bank ihre Erdölinteressen in der Deutschen Petroleum-AG. Um ein einheitliches Vorgehen auf dem von den meisten wesentlichen Erdölfördergebieten abgeschnittenen deutschen Markt zu ermöglichen, beschlossen die Deutsche Bank und die Disconto-Gesellschaft 1922, daß die Deutsche Petroleum-AG die Ölinteressen beider Banken (die 1929 fusionierten) vereinigen sollte. Als Verkaufsgesellschaft fungierte die OLEX, die unter dem Namen OLEX Deutsche Petroleum-Verkaufs-Gesellschaft mbH ins Handelsregister eingetragen wurde.
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Olex Tankstelle 1925 |
In den Jahren bis 1931 erwarb die Anglo-Persian Oil Company - die nachmalige BP - sukzessive das gesamte Aktienkapital der Deutschen Petroleum-AG. Die große Zeit der Deutschen Bank im Erdölgeschäft war spätestens zu diesem Zeitpunkt beendet.
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