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Das Verwaltungsgebäude der Hapag am Dovenfleet 18 - 20 (1890 - 1903)
Am 27. Mai 1847 gründeten 30 Reeder und Kaufleute in der Hamburger Börse die »Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft«, die Hapag. Sie nahm bereits 1856 den Amerikaverkehr mit Dampfschiffen auf und entwickelte sich bis 1914 zur größten Reederei der Welt. Ihr glanzvoller Aufstieg war im wesentlichen das Werk Albert Ballins (1857-1918).



Albert Ballin
Er trat im Jahre 1886 in die Hapag ein und wurde bereits zwei Jahre später in den Vorstand berufen. Von 1899 bis zu seinem Tode 1918 war er Vorstandsvorsitzender - Generaldirektor hieß das damals. Als größte Reederei der Welt war die Hapag - seit der Jahrhundertwende Hamburg-Amerika-Linie genannt - nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern auch ein politisches Instrument.



Stapellauf des "Imperator", des größten Schiffes der Welt (1912)
Und dies gerade in einem Deutschen Reich, dessen Kaiser die Zukunft seines Landes »auf dem Wasser« sehen wollte - so formulierte es Wilhelm II. im Jahre 1898. Seit 1905 frühstückte der Monarch bei seinen Besuchen in Hamburg im Hause Ballin. Der Reeder seinerseits zählte in Berlin zu den Tafelgästen Seiner Majestät und durfte anschließend mit ihm im Park spazierengehen. Er wurde »des Kaisers Reeder«, dem sich politische Einflußmöglichkeiten erschlossen.



Zu Luft und zu Wasser aktiv; "Zeppelin" und "Imperator" (1912)
Trotz der guten Beziehungen zu Wilhelm II. hielt Ballin nicht viel von der damaligen politischen Führung in Deutschland. Für den Reichskanzler Bethmann Hollweg hätte man seiner Meinung nach in der Hapag höchstens eine Verwendung als Bibliothekar gehabt. Überhaupt, so Ballins häufig geäußerte Ansicht: Würde die Hapag so geführt wie das Deutsche Reich, wäre sie längst pleite.



Werbung Norddeutscher Lloyd um 1930
Die Geschäftsbeziehungen der Deutschen Bank zur Hapag reichen bis in das Jahr 1856 zurück. Die Verbindung lief zunächst über ihre Vorgängerbank, die Norddeutsche Bank in Hamburg, die »Hausbank« der Hapag. Die Deutsche Bank in Berlin widmete sich nach ihrer Gründung 1870 in erster Linie der Konkurrenz, dem 1857 gegründeten Norddeutschen Lloyd in Bremen.



Hapag-Lloyd Fusion 1970
Nach der Fusion der Norddeutschen Bank mit der Deutschen Bank im Jahre 1929 gingen die Hapag-Finanzierungen auf die Deutsche Bank über. Während der Wirtschafts- und Bankenkrise 1930 schlossen die Hapag und der Norddeutsche Lloyd einen umfassenden Interessengemeinschaftsvertrag. Beide Reedereien, die 1945 nahezu ihre gesamte Flotte verloren hatten, begannen Anfang der fünfziger Jahre mit dem Wiederaufbau. 1970 kam es zu einer engen Zusammenarbeit: Eine Fusion war die Geburtsstunde der Hapag-Lloyd AG.
Das neue Unternehmen erhielt - der Tradition seiner Teile entsprechend - einen Doppelsitz: Hamburg und Bremen.
Die Deutsche Bank übernahm damals an der Hapag-Lloyd AG einen Anteil von rund 30 Prozent. Sie begleitete auch die in den achtziger Jahren erforderlichen Strukturmaßnahmen federführend und gab frisches Kapital. Anfang September 1997 verkaufte die Deutsche Bank ihre 10-prozentige Beteiligung an der Hapag-Lloyd AG an den neuen Großaktionär Preussag AG.