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Gottlieb Daimler
Die Geburtsstunde des Automobils schlug 1886, als Gottlieb Daimler und Karl Benz mit ihren Erfindungen den Grundstein für diese technische Revolution legten. Die Namen der beiden Pioniere stehen noch heute gemeinsam für den ältesten Automobilhersteller der Welt: die Daimler-Benz AG. Sie wurde 1926 aus den beiden Ursprungsfirmen, der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart und der Firma Benz & Cie in Mannheim, gebildet.


Die Deutsche Bank wurde zum Vermittler und zur treibenden Kraft dieser Fusion. Sie war kurz nach dem Ersten Weltkrieg in die Geschäfte der damals hochverschuldeten Firmen Daimler und Benz involviert worden, und zwar durch die beiden mit ihr eng verbundenen Banken in Süddeutschland - die Württembergische Vereinsbank in Stuttgart und die Rheinische Creditbank in Mannheim, die Hausbanken von Daimler und von Benz.

Das Stuttgarter Kreditinstitut ging dann 1924 und die Rheinische Creditbank 1929 in der Deutschen Bank auf.

Daimler Lastwagen als Flaschenbierlieferwagen (1905)




Emil Georg von Stauss
Seit 1920 saß das Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, Emil Georg von Stauss, im Aufsichtsrat der Daimler-Motoren-Werke. Stauss schwebte ein großer Automobiltrust, ähnlich wie General Motors in den Vereinigten Staaten, vor. In diesen Zusammenschluß wollte er eine süddeutsche Gruppe mit Daimler und Benz, möglichst aber auch mit BMW und Opel, einbeziehen.



Werbeplakat zur Anzeige der Fusion 1926
Diese Idee ließ sich in den nächsten Jahren jedoch nicht vollständig umsetzen. Zunächst schlossen Daimler und Benz im Jahre 1924 einen Interessengemeinschaftsvertrag, bevor beide Firmen im Juni 1926 zur Daimler-Benz AG fusionierten.




Der Mercedes Typ 630 wurde 1926 gebaut
Stauss übernahm den Vorsitz im neuen Aufsichtsrat. Seit diesem Zeitpunkt stellt die Deutsche Bank den Aufsichtsratsvorsitzenden der Stuttgarter Automobilfirma.



Werbeplakat zur Anzeige der Fusion 1926
Aus jenen noch sanierungsträchtigen Anfängen in den zwanziger Jahren stammt etwa die Hälfte des Daimler-Anteils, über den die Deutsche Bank heute verfügt. Die andere Hälfte wurde in den frühen fünfziger Jahren erworben, und 1975 war die Deutsche Bank mit 28,5 Prozent an Daimler-Benz beteiligt. Im selben Jahr übernahm sie - in einer der größten finanziellen Transaktionen ihrer Geschichte - das Daimler-Aktienpaket der Flick-Gruppe in Höhe von 29 Prozent. Ein Verkauf dieser Anteile ins Ausland konnte damals vermieden werden.



Aktie der Daimler-Benz AG von 1952
Die Deutsche Bank brachte den überwiegenden Teil der Aktien aus dem Flick-Paket in die neugegründete Mercedes-Automobil-Holding ein und verringerte in den nächsten Jahren ihr Daimler-Aktienpaket auf ca. 21,8 Prozent (1998).

Die Deutsche Bank war jedoch nicht nur mit Daimler-Benz eng verbunden, sie verhalf auch den Bayerischen Motoren Werken in München zum Automobilbau: Auf Vermittlung von Emil Georg von Stauss, der seit 1926 auch den Aufsichtsratsvorsitz bei BMW innehatte, kaufte BMW 1928 die darniederliegende Eisenacher Fahrzeugfabrik und übernahm den kleinen "Dixi", der sich als Erfolgsmodell erweisen sollte.

Die Deutsche Bank blieb bis zum Jahre 1960 auch bei BMW engagiert - bis dort der neue Großaktionär Herbert Quandt einstieg.