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 Northern Pacific Railway Interaktiv - Zum starten bitte klicken!
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Auf dem Northern Pacific Railway |
In den 1880er Jahren begann die Deutsche Bank gezielt, große Auslandsprojekte zu finanzieren. Eisenbahnen bildeten den Mittelpunkt dieser Großvorhaben. Die Bank engagierte sich auf dem Balkan und im Orient, in Afrika sowie in Süd- und Nordamerika. Im Brennpunkt seiner Arbeit standen für Georg von Siemens die Northern Pacific Railroad und die Bagdadbahn. Beide Großvorhaben beschäftigten Siemens während der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts intensiv, mehrere Male auch vor Ort, weil sich sein direktes Eingreifen als notwendig erwies.
Bereits seit den 1830er Jahren hatte der Eisenbahnbau in den Vereinigten Staaten ausländisches Kapital angezogen, und nach 1875 wurde verstärkt um Investitionen geworben. Für die nun geplanten und im Bau befindlichen Strecken, die die Erschließung und Besiedelung des riesigen Kontinents ermöglichten und damit die Grundlage für den kometenhaften Aufstieg der Vereinigten Staaten als Wirtschaftsmacht schufen, reichten die amerikanischen Ressourcen allein nicht aus. Vor allem im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts hielten Ausländer größere Aktienpakete an den bedeutendsten Eisenbahnunternehmen. Auch die Deutsche Bank finanzierte zahlreiche nordamerikanische Eisenbahnlinien.
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| Georg von Siemens |
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Siemens sah das enorme wirtschaftliche Potential der Vereinigten Staaten und wollte die Bank an den Gewinnen teilhaben lassen, die dort zu erwarten waren. "Ich glaube, daß wir in Berlin auch an die amerikanischen Sachen heranmüssen", so schrieb er im Juni 1883, "schließlich liegt uns Amerika näher als Italien, trotz des Gotthard". - Damals begann der traditionelle Blick der Deutschen Bank über den Atlantik: der Bankier als "Atlantiker" wurde geboren. - Gleichzeitig beklagte sich Siemens über Behinderungen von seiten der Politik, nach deren Einschätzung bei dem Engagement in den USA außenpolitisch nichts zu gewinnen sei.
Siemens reiste Mitte August 1883 zu den Eröffnungsfeierlichkeiten der Northern Pacific Railroad, jener berühmten Einbahnlinie, die vom Lake Superior in die Vancouver-Bucht führt. Er war von den Entwicklungsmöglichkeiten der Northern Pacific so beeindruckt, daß die Deutsche Bank eine ansehnliche Beteiligung erwarb.
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Henry Villard |
Das Engagement bei der Northern Pacific wurde für die Bank dann allerdings ein kostspieliges und mit Prestigeverlust verbundenes Geschäft. Siemens geriet hier an einen Mann, der mit seiner persönlichen Ausstrahlung und mit geschickter Publicity Geldgeber gewinnen und immer neue Kredite mobilisieren konnte, dessen Unternehmungen im Grunde aber auf wackligen Füßen standen. Der Präsident der Northern Pacific, Henry Villard, gehörte sicherlich mit zu den interessantesten amerikanischen "Eisenbahnkönigen" jener Zeit.
Villard, der aus Deutschland stammte und ursprünglich Heinrich Hilgard hieß, verkörperte Pioniergeist und wildes Spekulantentum, eine in dieser Zeit nicht untypische Kombination, die auch keineswegs negativ besetzt war.
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| Vollendung des Northern Pacific Railway am 8.9.1883 |
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Während der pompösen Eröffnungsfeierlichkeiten der Northern Pacific spielte Villard den großzügigen Gastgeber und hoffte, neue Investoren für das Unternehmen zu gewinnen. Noch während der Feierlichkeiten verloren die Aktien der Eisenbahngesellschaft dann allerdings fast die Hälfte ihres Wertes. Siemens sah durchaus die finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens. Er sprach sich jedoch trotz des Risikos für ein Engagement bei der Northern Pacific aus, da seiner Ansicht nach das internationale Ansehen der Deutschen Bank durch eine erfolgreiche Konsolidierung des Eisenbahnunternehmens steigen würde.
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