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Deutsch-Asiatische Bank Filiale Tsingtau

Tsingtau
DAB Filiale Tsingtau
Die 1899 aus der ein Jahr zuvor errichteten Agentur hervorgegangene DAB-Filiale Tsingtau war insofern eine Besonderheit, als sie sich auf einem Territorium befand, das bis 1914 in das Deutsche Reich eingegliedert war. Im November 1897 wurde das Gebiet (flächenmäßig etwa von der Größe Hamburgs) in einer Handstreichaktion von deutschen Truppen besetzt und im März 1898 von China unter Druck für 99 Jahre an Deutschland verpachtet. Nur wenig später nahm die DAB in Tsingtau ihre Geschäftstätigkeit auf. Sie sollte vor allem den in der angrenzenden Provinz Shantung gegründeten Firmen als finanzieller Stützpunkt dienen. Deutschland hatte sich neben dem Gebiet um Tsingtau, in einem Zusatzvertrag Eisenbahn- und Bergbaurechte in Shantung gesichert. Tsingtau selbst entwickelte sich von einem bescheidenen Fischerdorf zu einer Stadt mit 70.000 Einwohnern (1914), die als deutsche Musterstadt angelegt wurde. Die ersten Geschäftsräume hatte die DAB in der Bismarckstraße im Gebäude der katholischen Mission. Um 1900 zog sie in das abgebildete repräsentative Gebäude am Kaiser-Friedrich-Ufer. Seit 1910 besaß die Filiale eine eigene Hypothekenabteilung. 1914 wurde Tsingtau nach heftigen Kämpfen von den Japanern erobert. Sie beschlagnahmten die Tresorbestände der Filiale. Die Angestellten der Filiale wurden ausgewiesen oder, wie der Filialleiter, nach Japan deportiert. Die Filiale konnte jedoch nach dem Ersten Weltkrieg ihre Geschäfte wieder aufnehmen. Allerdings verlor, nachdem Deutschland seine Stellung als Kolonialmacht eingebüßt hatte, das bislang dominierende Importgeschäft ganz an Bedeutung. Das Exportgeschäft konnte jedoch wieder ausgebaut werden. 1938 wurde Tsingtau erneut von japanischen Truppen besetzt. 1945 wurde die Niederlassung Tsingtau, wie alle chinesischen DAB-Filialen, geschlossen.