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Shanghai, Deutsches Klubhaus |
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Daneben Klubgebäude, englische wie deutsche, die in Europa ihresgleichen suchten, und in denen abwechselnd neben Theateraufführungen und Konzerten besuchte Bälle stattfanden. ... Die Gleichmäßigkeit der Lebensweise und das Bewußtsein des Aufeinanderangewiesenseins brachte es mit sich, daß der Ton vorherrschend kameradschaftlich war und der einzelne sich näher an den andern anschloß, als es in Europa gebräuchlich war. Gern denke ich an die Zeiten zurück, da mich aufrichtige Kameradschaft mit Altersgenossen verband und frischer Humor, zuweilen verbunden mit Zügellosigkeit (nur in Abwesenheit von Damen), abwechselte. ...
Die Deutschen hatten eine angesehene Stellung. Von Hause aus bescheiden erzogen, ohne Bedürfnisse, machten sie das im Osten übliche luxuriöse Leben nicht mit, arbeiteten fleißig und freuten sich ihres Lebens in den gemütlichen Räumen ihrer bescheidenen Klubs, in denen sie die ganze Fremdenkolonie durch ihre gelungenen Amateuraufführungen erfreuten. Auf dem Gebiet der Musik gab es hervorragende Künstler, und ich denke heute noch mit Vergnügen an einzelne Konzerte, von Dilettanten ausgeführt, zurück. ...
Sofort nach meiner Ankunft in Shanghai machte ich den verschiedenen Firmen, Beamten und Konsulatsbehörden meinen pflichtmäßigen Besuch, der sofort erwidert wurde. Auch der Toutay (Bürgermeister), der die chinesische Stadt bewohnte, erwiderte meinen Besuch aufs feierlichste. Er ließ mich vorher benachrichtigen, daß er im Begriffe wäre zu kommen, was durch drei Gongtöne angezeigt wurde. Diese drei Klänge wiederholten sich , als er vor meiner Behausung der Sänfte entstieg.
Unsere Unterhaltung wurde durch einen Dolmetscher vermittelt. Sie bewegte sich im Austausch gesuchter Höflichkeitsformen. Ich erinnerte mich, gelesen zu haben, daß der chinesische Kaiser einmal im Jahre selbst den Pflug führe, was ich als ein lobenswertes und nachahmenswertes Beispiel anführte, worauf er mir erwiderte, daß der Herrscher meines Geburtslandes auch gute, nachahmenswerte Eigenschaften besäße.
Zum Jahreswechsel schickte er mir Geschenke, die der Kontrolle wegen auf einem Zettel verzeichnet waren, u. a. einen mageren Schinken und ähnliche wenig taugliche Gegenstände. Der Etikette entsprechend mußte ich ihm eine entsprechende Anzahl Gegengeschenke machen. Ich hatte gerade eine schlechte Sorte Champagner auf Lager und widerstand mit Mühe der Versuchung, ihm davon sieben Flaschen zu dedizieren. Ich hörte später, es sei Gebrauch bei den Chinesen, solche Geschenke den Geber bei seinem nächsten Besuch austrinken zu lassen. Dieser raffinierten Rache wollte ich mich nicht aussetzen.
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