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Die Deutsche Bank in Ostasien


So schnell wie möglich Niederlassungen in Ostasien zu errichten, das war eines der Vorhaben, die die Deutsche Bank seit ihrer Gründung 1870 beschäftigten. Mit Hermann Wallich, der für eine Pariser Bank in Japan, Indien und China gearbeitet hatte, trat 1870 ein profilierter Fachmann für die asiatischen Geschäfte in den Vorstand ein. Die Märkte in Ostasien mit den zwei großen Ausfuhrartikeln Tee und Seide galten zu dieser Zeit als äußerst zukunftsträchtig. Bereits im Mai 1872 eröffnete daher die Deutsche Bank ihre ersten Auslandsfilialen in Shanghai und Yokohama, den wichtigsten Außenhandelsplätzen Chinas und Japans. Es waren - nach der Etablierung der Bank in Bremen und in Hamburg - die Filialen Nummer drei und vier.

Die in das Ostasiengeschäft gesetzten Erwartungen erfüllten sich zunächst jedoch nicht. Das Deutsche Reich, das nach 1871 von der Silber- zur Goldwährung überging, beauftragte die Deutsche Bank mit dem Verkauf seiner großen Silbervorräte, und Hermann Wallich sah Ostasien als geeigneten Absatzmarkt an. So erzielte die Deutsche Bank in den Jahren 1873 bis 1876 zwar stattliche Gewinne aus den Silberverkäufen, doch dadurch sank der Silberpreis erheblich. Dies schädigte die Filialen Shanghai und Yokohama, deren Betriebskapital auf Silber basierte. Nach zwei verlustreichen Geschäftsjahren entschloß sich daher der Vorstand in Berlin, die Filialen 1875 zu schließen. Geschäfte mit Ostasien wurden fortan über die 1873 gegründete Londoner Filiale der Bank getätigt.

Erst vierzehn Jahre später kehrte die Deutsche Bank wieder nach Ostasien zurück: im Rahmen ihrer Beteiligung an der Deutsch-Asiatischen Bank, die 1889 von einem Konsortium namhafter Aktienbanken und Privatbankiers mit Sitz in Shanghai gegründet wurde. Die Deutsch-Asiatische Bank errichtete Filialen in China, Japan und Indien und erhielt 1906 die Konzession zur Ausgabe eigener Banknoten in China. Die Haupttätigkeit der Bank war die Handelsfinanzierung; sie spielte, zusammen mit englischen und französischen Banken, aber auch eine hervorragende Rolle bei der Finanzierung von Anleihen des chinesischen Staates sowie bei der Finanzierung des Eisenbahnbaus in China.

Der Erste und der Zweite Weltkrieg zerschlugen das Filialnetz und die Geschäftsaktivitäten der Deutsch-Asiatischen Bank. 1953 startete sie in Hamburg den Wiederbeginn. Zusammen mit ihren Partnerbanken in der EBIC-Gruppe gründete die Deutsche Bank dann 1972 die "Europäisch-Asiatische Bank" (später "European Asian Bank"), in der die traditionsreiche Deutsch-Asiatische Bank aufging. Die Partnerbanken zogen sich nach und nach zurück und seit Ende 1986 firmierte die Bank als "Deutsche Bank (Asia)", die 1987/88 mit ihren damals 14 Filialen mit der Deutschen Bank verschmolzen wurde.

Nach Shanghai kehrte die Deutsche Bank 1995 zurück, zunächst mit einer Repräsentanz und seit 1999 mit einer eigenen Filiale - 1981 hatte sie bereits eine Repräsentanz in der Hauptstadt Peking eröffnet. In Japan begannen die Aktivitäten bereits 1962 mit der Eröffnung einer Vertretung in Tokio, und 1976 wurde die dortige Niederlassung der Deutschen Ueberseeischen Bank als eigene Filiale übernommen.

Am 2. November 2004 eröffnete die Deutsche Bank ein Filliale in Peking, wo sie bereits seit 1981 mit einer Repräsentanz vertreten war. 2007 beschäftigt die Deutsche Bank in 17 Ländern der Region Asien/Pazifik 16.000 Mitarbeiter in 45 Niederlassungen.