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Zur Entwicklung der Niederlassungen der Deutschen Bank
Die große Fusion mit der Disconto-Gesellschaft im Oktober 1929 erhöhte die Zahl der Niederlassungen beträchtlich,
zumal im Rahmen der Verschmelzung in die neue "Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft" (Name bis 1937) weitere Kreditinstitute mit ihren Filialen einbezogen wurden, darunter die Rheinische Creditbank, die Süddeutsche Disconto-Gesellschaft, die Norddeutsche Bank und die Osnabrücker Bank.
Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Zahl der Niederlassungen auf etwa 300 gestiegen, darunter die Hälfte Filialen mit der vollen Palette der geschäftlichen Aktivitäten. Die andere Hälfte bestand aus sogenannten Zweigniederlassungen, meist an kleineren Orten, die über ein reduziertes Angebot verfügten. In den deutschen Großstädten existierten zusätzlich fast 200 Stadtdepositenkassen, allein in Berlin über 60.
Trotz dieser beachtlichen Entwicklung gab es vor dem Krieg noch ganz deutliche regionale Schwerpunkte in der Filialverteilung.
Die hochentwickelten Industrie- und Handelsregionen im Westen und Südwesten Deutschlands verfügten bereits über ein sehr dichtes Filialnetz, während die Deutsche Bank in eher ländlichen Regionen, ohne nennenswerte Großunternehmen, kaum vertreten war, so gab es etwa in ganz Mecklenburg vor 1945 keine einzige Niederlassung der Bank.
Nachdem es 1938 durch die Übernahme der sudetendeutschen Filialen der Böhmischen Union-Bank noch einmal zu einem nennenswerten Anstieg der Zahl der Niederlassungen gekommen war, begannen 1942 kriegsbedingte, umfangreiche Filialschließungen.
1945 war das Ende für alle mittel- und ostdeutschen Niederlassungen gekommen. Die letzte verbliebene ausländische Filiale (Istanbul) war 1944 geschlossen worden.
In den Westzonen konnten die meisten Niederlassungen weiterarbeiten, zwischen 1947/48 und 1957 allerdings nicht unter dem Namen Deutsche Bank, sondern als Niederlassung einer der zehn (ab 1952 drei) Nachfolgeinstitute der von den Alliierten zerschlagenen Bank.
Nach der Wiedererrichtung der Deutschen Bank, vor allem aber seit ihrem Einstieg in das breite Privatkundengeschäft ab 1959, stieg die Zahl der Filialen in den folgenden Jahrzehnten kräftig an.
1970 war die Deutsche Bank, einschließlich der Stadtzweigstellen, an über 1000 Plätzen vertreten. Ein nahezu flächendeckendes Netz von Niederlassungen der Deutschen Bank in der Bundesrepublik wurde in diesen Jahren Wirklichkeit.
Die Wiedervereinigung Deutschlands führte zu einer Rückkehr der Deutschen Bank an viele vertraute Plätze; 1990 startete sie (zunächst noch unter dem Namen Deutsche Bank-Kreditbank AG) ihre Geschäftstätigkeit mit 140 Niederlassungen in den Neuen Bundesländern.
Im Ausland war die Deutsche Bank, aufgrund der Erfahrungen aus zwei Weltkriegen, mit einer direkten Präsenz zunächst sehr zurückhaltend. Zwar existierten ab Mitte der 1950er Jahre wieder eine Reihe von Repräsentanzen, die erste richtige Filialeröffnung erfolgte jedoch erst 1976 in London (die 1873 errichtete Londoner Filiale hatte im Ersten Weltkrieg schließen müssen).
Jetzt etablierte sich die Bank mit eigenen Niederlassungen schrittweise an den wichtigen Finanzplätzen der Welt, 1979 auch in New York.
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