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Halt, Karl Ritter von *
Lebensdaten: *2.6.1891 München +5.8.1964 München
Bank: Deutsche Bank
Mitglied des Vorstands: 1938-1945
Der Sohn eines Kunstschlossers begann seine berufliche Tätigkeit 1908 als Lehrling bei der Deutschen Bank Filiale München und besuchte nebenher die Luitpold-Oberrealschule, wo er 1911 das Abitur ablegt. Als Kriegsfreiwilliger wurde er 1917 mit dem Max-Joseph-Ritterorden ausgezeichnet, der ihn auch zur Führung des Adelsprädikats berechtigte. Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte von Halts sportliche Karriere begonnen. Zwischen 1911 und 1921 war er fünfmal deutscher Meister im Zehnkampf und belegte in dieser Disziplin Platz acht bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm. Als Sportlehrer an der Münchener Militärsportschule materiell abgesichert, promovierte er 1922 an der Staatswirtschaftlichen Fakultät der Universität München über "Die Pflege der Leibesübungen an Hochschulen. Ein Beitrag zur regenerativen Bevölkerungspolitik". In seinen erlernten zivilen Beruf zurückgekehrt, war er von 1923 bis 1935 Personalchef beim Bankhaus H. Aufhäuser in München, das wegen seiner jüdischen Inhaber nach 1933 bald unter die Restriktionen der Nationalsozialisten geriet. Nebenher verfolgte er aber weiterhin seine Karriere als Sportfunktionär, die 1929 mit der Aufnahme ins IOC ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Bei den Olympische Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen fungierte Halt als Präsident des Organisationskomitees und noch 1944 wurde er (seit 1933 Mitglied der NSDAP) zum kommissarischen Reichssportführer ernannt. Als die Deutsche Bank von Halt 1935 einen Direktorenposten in der Berliner Zentrale anbot, geschah dies - obgleich er über langjährige Erfahrung im Bankfach verfügte und seine Berufslaufbahn sogar bei der Deutschen Bank begonnen hatte - vor allem aus taktischem Kalkül. Er galt zwar als prominenter, aber nicht ideologisch verbissener Nationalsozialist, von dem man sich eine Zähmung der die "Revolution von unten" proklamierenden Parteimitglieder innerhalb der eigenen Belegschaft erhoffte. Im Vorstand der Deutschen Bank, dem er seit 1938 angehörte, fiel ihm das Personalressort zu. Sein Einfluß auf das eigentliche Bankgeschäft blieb aber unbedeutend, so nahm er etwa nur ein einziges Aufsichtsratsmandat wahr. Kurz nach Kriegsende wurde von Halt, der als Kommandeur des Volkssturm-Bataillons "Reichssportfeld" noch am Kampf um Berlin teilgenommen hatte, von den Sowjets verhaftet und danach bis Anfang 1950 im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald interniert (die Entlassung erfolgte trotz Intervention des IOC erst bei Auflösung des Speziallagers). Im Gegensatz zu seinem Comeback als Spitzenfunktionär des deutschen Sports (NOK-Präsident von 1951 bis 1961) nahm von Halt in den Nachfolgeinstituten der bis 1957 zerschlagenen Deutschen Bank keine leitende Funktion mehr ein. Lediglich dem Aufsichtsrat der Süddeutschen Bank gehörte er noch von 1952 bis 1957 an.
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